food4future beim 20. Jubiläum von Leibniz in Brüssel

Algenreaktor und Mixed Reality

02.09.2026
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Gemeinsam am food4future-Stand in Brüssel: Jette Berend, Marino Gabel, Stefanie Fleischmann, Monika Schreiner und Christoph M. Schmidt, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft (v. l. n. r.), vor dem ausgestellten Algenreaktor.

Beim Jubiläum „20 Years Leibniz in Brussels" präsentierte food4future mit einem Algenreaktor und der Mixed-Reality-Anwendung „Food Visions" zwei Perspektiven auf die Ernährung der Zukunft. Unser Stand entwickelte sich an diesem Abend zu einem echten Publikumsmagneten und zog zahlreiche interessierte Besucher:innen an. Besonders gefreut hat uns, dass wir dabei sogar mit dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft ins Gespräch kamen, der auch selbst in die virtuelle Realität eintauchte.

 

Am 1. September 2026 feierte die Leibniz-Gemeinschaft das 20-jährige Bestehen ihres Europa-Büros in Brüssel. Bei der Jubiläumsveranstaltung „Celebrating 20 Years Leibniz in Brussels" in der Landesvertretung Baden-Württemberg kamen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen. Auch food4future war vor Ort und präsentierte mit einem Algenreaktor und der Mixed-Reality-Anwendung „Food Visions" zwei Einblicke in die Forschung zu zukünftigen Agrar- und Ernährungssystemen.

Eröffnet wurde der Abend von Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, und Christoph M. Schmidt, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Beide machten in ihren Grußworten deutlich, worum es an diesem Abend im Kern ging: den Weg von der Theorie in die Praxis zu finden, Europas Position im globalen Wettbewerb mit den USA und China zu behaupten und den Kontinent auch künftig an der Spitze der Wissenschaft zu halten – bei gleichzeitig kluger Balance zwischen Offenheit und Sicherheit in der Forschung. Schmidt betonte zudem, wie wichtig es sei, dass Forschungsergebnisse tatsächlich genutzt und in Technologien übersetzt werden, statt am Ende nur im Ausland zur Anwendung zu kommen, und plädierte für mehr Austausch zwischen europäischer und nationaler Forschungsförderung.

In der Keynote von Irene Bertschek, Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), und der anschließenden Podiumsdiskussion „Theoria cum praxi: Competitiveness, Sovereignty, and Society in Transition" – mit Gerhard Kahmen (IHP), Barbara Sturm (Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft), dem Europaabgeordneten Christian Ehler und Claire Skentelbery (EuropaBio), moderiert von Eric Miller – wurde genau dieser Spannungsbogen vertieft: Wie stärkt Forschung Europas Zukunftsfähigkeit und Zusammenhalt, ganz konkret? Der anschließende Empfang mit Ausstellung ausgewählter Leibniz-Forschungsaktivitäten – begleitet vom ABC Trio – bot dann den Rahmen, in dem food4future seine Antworten zeigen konnte.

Algenproduktion als Baustein zukünftiger Ernährungssysteme

Auf der Präsentationsfläche zeigte food4future als repräsentatives Projekt des IGZ einen Algenreaktor, der veranschaulichte, wie Makroalgen unter kontrollierten Bedingungen kultiviert werden können. Damit rückte eine zentrale Forschungsfrage des Projekts in den Fokus: Wie können alternative Lebensmittelressourcen künftig ressourcenschonend und möglichst unabhängig von klassischen landwirtschaftlichen Flächen produziert werden?

Algen gelten dabei als vielversprechende Ressource. Ihre Kultivierung ist nicht auf fruchtbare Ackerflächen angewiesen und kann neue Möglichkeiten für klimaangepasste und urbane Produktionssysteme eröffnen. Der ausgestellte Reaktor machte biologische und technische Grundlagen der Kultivierung anschaulich und bot einen konkreten Ausgangspunkt für den Austausch über Potenziale, Herausforderungen und zukünftige Anwendungen.

Mit „Food Visions" mögliche Ernährungszukünfte erkunden

Wie ernähren wir uns in einer möglichen Zukunft? Lokale Kultivierung im urbanen Raum, alternative Organismen und Ernährung in Gemeinschaft sind die Antworten, die die immersive Anwendung „Food Visions" als wissenschaftskommunikatives Format präsentiert. Besucher:innen setzen sich dabei mit dem Algenreaktor in der Realität und mit neuen Informationen sowie Zukunftsräumen in der virtuellen Realität auseinander.

„Food Visions" übersetzt damit komplexe wissenschaftliche Fragestellungen in ein Format, das zum Erkunden und zur Diskussion einlädt. Forschung wird also nicht nur erklärt, sondern als mögliche Zukunft unmittelbar erlebbar.

Ein besonderer Moment: Auch Christoph M. Schmidt, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, setzte sich die VR-Brille auf und erkundete selbst die Zukunftsräume von „Food Visions" – ein schönes Zeichen dafür, wie neugierig auch auf höchster Ebene auf neue Formate der Wissenschaftskommunikation geschaut wird.

Forschung und Wissenschaftskommunikation zusammendenken

Mit dem Algenreaktor und „Food Visions" brachte food4future zwei unterschiedliche Zugänge zur Ernährung der Zukunft nach Brüssel: Während der Reaktor konkrete Forschung an alternativen Lebensmittelressourcen sichtbar machte, eröffnete die Mixed-Reality-Anwendung einen Blick auf mögliche zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme.

Die Jubiläumsveranstaltung bot damit einen passenden Rahmen, um Forschungsansätze aus food4future in einen europäischen Kontext einzuordnen und knüpfte inhaltlich direkt an die Themen des Abends an: den Übergang von der Theorie in die Praxis, den Beitrag von Forschung zu Europas Wettbewerbsfähigkeit und die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse tatsächlich Wirkung entfalten.

Wie gut das gelingen kann, brachte food4future-Koordinatorin Prof. Dr. Schreiner auf den Punkt: „Mit food4future betreiben wir die richtige Balance zwischen Forschung, Anwendung und Ernährungssicherung. Mit immersiven Technologien haben wir einen echten Deep Dive in unsere Forschung ermöglicht."

Besonders erfreulich war an diesem Abend zu sehen, wie viel Neugier der Stand geweckt hat – von interessierten Nachfragen aus dem Publikum bis hin zum Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft selbst. Es zeigte sich: Neue Technologien wie Mixed Reality können komplexe Forschung nicht nur erklären, sondern erlebbar machen und genau das braucht es, um den Austausch über die Ernährung von morgen wirklich in Gang zu bringen.

Möglich war die Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung durch das Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften (IGZ), das food4future als eines der beteiligten Leibniz-Institute repräsentierte.