Ausstellung des Studiengangs Industrial Design der HTW Berlin an der Therme Bad Saarow
Design-Studierende der HTW Berlin präsentieren Projekte zur Ernährung von morgen
17.03.2026
Mit diesen Fragen beschäftigen sich Studierende des Studiengangs Industrial Design an der HTW Berlin im Projekt „food4future x HTW – ID“. Am 23. März 2026 werden ausgewählte Arbeiten im Rahmen der Veranstaltung „Algen und Ernährung: Mehr als nur Sushi“ in der SaarowTherme in Bad Saarow präsentiert.
Die Ausstellung zeigt experimentelle Prototypen, interaktive Installationen und Gestaltungsideen, die neue Perspektiven auf alternative Lebensmittel und deren urbane Produktionsweisen eröffnen.
Die Veranstaltung ist Teil des Forschungsprojekts SolKubiM – „Solebasierte Kultivierungssysteme für binnenländische Makro- und Mikroalgen“, das sich mit der nachhaltigen Kultivierung von Algen und deren Potenzial für Ernährung, Gesundheit und Kosmetik beschäftigt.
Der Reallaboransatz von food4future
Das Designprojekt entstand im Rahmen des Hauptprojekts im Modul BI 14 im Studiengang Industrial Design und wird vom Forschungsprojekt food4future begleitet. food4future untersucht innovative Ansätze für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung der Zukunft, unter anderem durch Makroalgen, Insekten, Halophyten und andere alternative Nahrungsquellen.
Ziel des Designprojekts ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung in praktische und erlebbare Gestaltungskonzepte zu übersetzen. Die Studierenden entwickelten dazu Prototypen, Ausstellungselemente und Zukunftsszenarien, die zeigen, wie neue Lebensmittel im Alltag integriert werden könnten.
Die Arbeiten bewegen sich entlang dreier zentraler Themenfelder:
- Future Show Kitchen: mobile Koch- und Verkostungssettings für neue Lebensmittel
- Interaktive Exponate: Ausstellungselemente, die alternative Ressourcen mit allen Sinnen erfahrbar machen
- Urbane Kultivierungssysteme: Ideen für zukünftige Produktionsstätten im urbanen Raum
Durch Workshops, Exkursionen zu Forschungseinrichtungen und iterative Prototypentwicklung entstehen so greifbare Visionen zukünftiger Ernährungssysteme.
Ausstellung im Rahmen von „Algen und Ernährung: Mehr als nur Sushi“
Die Ausstellung der Studierenden ist Teil der Informations- und Austauschveranstaltung „Algen und Ernährung: Mehr als nur Sushi“, zu der das Projekt SolKubiM einlädt.
Im Mittelpunkt steht das Potenzial von Algen als nachhaltige und gesundheitsfördernde Lebensmittel. Die Thermalsole der Catharinenquelle in Bad Saarow bietet ideale Bedingungen für die Kultivierung von Algenbiomasse.
Neben Vorträgen und Einblicken in die Algenproduktion erwartet die Besucher:innen unter anderem:
- Einblicke in das IHK-Ausbildungsprogramm „Algensommelier“
- Beiträge aus der Ernährungswissenschaft zu gesundheitlichen Aspekten von Algen
- eine kulinarische Verkostung verschiedener Algenprodukte
- sowie die Designausstellung der HTW-Studierenden
Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte aus Forschung, Gastronomie, Tourismus, regionalen Institutionen und an die breite Öffentlichkeit.
Einblicke in ausgewählte Studierendenprojekte
Die einzelnen Designprojekte der Studierenden zeigen, wie Gestaltung helfen kann, neue Lebensmittel zugänglich zu machen und Hemmschwellen abzubauen.
Community Kitchen – gemeinsames Kochen für neue Lebensmittel
Ein Team entwickelte das Konzept einer Community Kitchen, in der Menschen gemeinsam neue Lebensmittel ausprobieren können.
Die Grundidee: gemeinsames Kochen schafft soziale Begegnung, fördert Austausch und erleichtert den Zugang zu ungewohnten Zutaten. Gemeinschaftsküchen ermöglichen außerdem eine effizientere Nutzung von Raum und Ressourcen.
Das Konzept umfasst unter anderem:
- modulare Arbeitsflächen, die sich flexibel an verschiedene Kochsituationen anpassen lassen
- ein Transport- und Organisationsmodul für Zutaten, Geschirr und Werkzeuge
- ein zentrales Herdmodul, das von allen Seiten zugänglich ist und gemeinsames Kochen ermöglicht
Langfristig entwerfen die Studierenden eine Vision, in der gemeinschaftliche Küchen in Wohngebäuden eine zentrale Rolle spielen und neuartige Lebensmittel – etwa Algen oder Insekten – selbstverständlich Teil der Ernährung sind.
Insektenausstellung für Kinder
Ein weiteres Designprojekt entwickelt eine interaktive Ausstellung für Schüler:innen der 3. bis 6. Klasse, die das Thema Insekten als Lebensmittel zugänglich machen soll.
Über mehrere Stationen lernen Kinder spielerisch:
- ökologische Vorteile alternativer Proteinquellen wie Insekten
- globale Esskulturen
- mögliche Zukunftsszenarien der Ernährung
Eine Tasting-Station ermöglicht es den Besucher:innen außerdem, Insektenprodukte in einem positiven Umfeld auszuprobieren.
Mikroalgen im öffentlichen Raum
Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Mikroalgenproduktion im urbanen Raum sichtbar und erlebbar gemacht werden kann.
Das Konzept sieht eine modulare Installation vor, die sowohl als Photobioreaktor zur Kultivierung von Mikroalgen als auch als Lichtinstallation im öffentlichen Raum das Interesse für Algen anregt.
Passant:innen können so direkt erleben, wie Algen wachsen und als Lebensmittel genutzt werden können.
Spirulina für den Alltag
Ein weiteres Team entwickelte Konzepte, um Spirulina – eine proteinreiche Mikroalge – in alltägliche Getränke zu integrieren.
Die Produktideen reichen von:
- Trinkflaschen mit integriertem Spirulina-Dispenser
- wiederverwendbaren Flaschen mit Dosiersystem
- bis hin zu modularen Aufsätzen für handelsübliche Flaschen.
Das Ziel: Algenprotein unkompliziert in den Alltag integrieren und so nachhaltige Ernährung attraktiver machen.
Resümee und Ausblick
Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Design, Wissenschaft und gesellschaftliche Transformation miteinander verbunden werden können.
Die Ernährung der Zukunft ist nicht nur eine Frage neuer Technologien oder landwirtschaftlicher Innovationen. Entscheidend ist auch, wie neue Lebensmittel vermittelt, gestaltet und erlebbar gemacht werden.
Design kann dabei eine wichtige Rolle spielen:
Es kann komplexe Forschung verständlich machen, Hemmschwellen abbauen und neue Formen des Konsums erproben.
Die Ausstellung in der SaarowTherme bietet Besucher:innen die Gelegenheit, diese Ideen kennenzulernen – und vielleicht selbst einen ersten Schritt in Richtung der Ernährung von morgen zu machen.