food4future in Technische Textilien: Materialien für die Ernährung der Zukunft

Substrate für die saline Indoor-Kultivierung im food4future-Konsortium

26.01.2026
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SolKuBim: Algenkultivierung am Standort Therme Bad Saarow

Ein zentraler Forschungsbereich von food4future widmet sich der Frage, wie innovative Materialtechnologien zur Entwicklung nachhaltiger Kultivierungssysteme beitragen können. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Technische Textilien greift diesen Ansatz auf und rückt formbare, kosteneffiziente Substrate für die saline Indoor-Kultivierung salztoleranter Organismen in den Fokus.

 

Ein Schwerpunkt des Beitrags liegt auf sogenannten Sandwichelementen mit Noppenwabenkern. Diese Hochleistungsstrukturen werden bislang vor allem im Leichtbau, etwa im Flugzeugbau, eingesetzt. Im food4future-Konsortium werden sie erstmals für die Entwicklung flexibler, skalierbarer und ressourceneffizienter Substrate für die Indoor-Kultivierung salztoleranter Organismen weitergedacht. Ziel ist es, materialbasierte Lösungen zu schaffen, die biologische Anforderungen, technische Funktionalität und Nachhaltigkeitskriterien zusammenführen.

Neue Landbasierte Algenkultivierung

Ein mögliches Anwendungsszenario für diese Technologie ist die landbasierte Kultivierung von Makroalgen, wie sie im Rahmen des Projekts SolKuBim (Link zu SolKuBim) am Standort der Therme Bad Saarow (Brandenburg) erprobt wird. Der Standort ist dabei bewusst gewählt: Der bestehende Wasserkreislauf der Therme wird für die Kultivierung genutzt und ermöglicht eine ressourcenschonende Produktion unter kontrollierten Bedingungen. Perspektivisch kann so hochwertige Algenbiomasse gewonnen werden, etwa für Anwendungen in der Kosmetik, Biotechnologie oder Umwelttechnik.

Ein wesentlicher Vorteil der landbasierten Kultivierung gegenüber dem Anbau im Meer liegt in der Entkopplung von Umweltbelastungen, etwa potenziellen Iod- oder Schwermetalleinträgen. Gleichzeitig lassen sich Nährstoffzusammensetzung und Wachstumsbedingungen gezielt steuern und mithilfe präziser Messinstrumente überwachen.

Kreislauffähige Garne als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Ein weiterer zentraler Aspekt der im Beitrag vorgestellten Materialentwicklung ist der Einsatz kreislauffähiger Garne. Durch die Verwendung recyclingfähiger oder biobasierter Materialien wird bereits auf Substratebene mitgedacht, wie sich Kultivierungssysteme langfristig in zirkuläre Wertschöpfungsketten integrieren lassen. Damit trägt die Materialforschung im food4future-Konsortium nicht nur zur Effizienz und Funktionalität der Systeme bei, sondern auch zu deren ökologischer Gesamtbilanz.

Materialforschung als Baustein zukunftsfähiger Ernährungssysteme

Der Fachartikel macht deutlich, wie eng Materialwissenschaft, Biologie und Systemdesign im food4future-Konsortium verzahnt sind. Innovative textile Strukturen eröffnen neue Wege für kontrollierte, ressourceneffiziente Produktionsformen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation heutiger Ernährungssysteme. Sie zeigen exemplarisch, wie technologische Innovationen dazu beitragen können, Ernährung nachhaltiger, resilienter und unabhängiger von externen Umweltbelastungen zu gestalten.

 

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